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Interpret: OPUS POSTH.-TATIANA GRINDENKO, Titel: Litania Ad Mariam Virginem - TEMENOS Artikelnr: 04618 Format: CD Genre: Zeitgenössische Musik Label: CCn'C RECORDS VÖ-Jahr: 2010 Preis: EUR 16,50 inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten For all foreign orders: Declared value is net! |
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Die „Litaneien der Jungfrau Maria“ stellen den Versuch dar, einen virtuellen neuen sakralen Raum zu schaffen, gebildet aus den Fragmenten und Überbleibseln des alten sakralen Ritus gregorianischen Chorals.
Die der Musik zugrunde liegenden Antiphone Alma Mater Redemptoris, Ave Regina Caelorum, Regina Caeli und Salve Regina werden in ihre grundlegenden Bestandteile zerlegt und in einer neuen Ordnung wieder zusammengesetzt. Indem
die Elemente verschiedener Antiphone vermischt werden entsteht eine neue Struktur. Bei dieser Montage kommen sowohl zeitgenössische Kompositionstechniken als auch archaische Methoden der Klangerzeugung zum Einsatz.
© 2010 Ulrich Rützel, unter Verwendung von Zitaten Vladimir Martynovs
KANON DER KULTUREN
Musik Im Neuen Sakralen Raum
In einer dreiteiligen CD-Veröffentlichung mit den CD-Titeln
1) Stabat Mater / Requiem (04619)
2) Passionslieder (04616)
3) Litania ad Mariam Virginem
mit dem Obertitel "Témenos" (zu deutsch: geweihtes Land oder geweihter Vorplatz eines Tempels oder einer Kirche) umfasst Vladimir Martynov zusammen mit seiner Frau, der russischen Geigerin Tatiana Grindenko, musikalisch einen „Neuen Sakralen Raum“.
Das sakrale Reich, in dem der Mensch seit Urzeiten gelebt hatte, ging zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu Ende. Spätestens seit Nitzsche mit seinem berühmten Ausspruch „Gott ist tot“ existiert das alte sakrale Reich des gregorianischen Chorals nur noch in Form seines äußerlichen Erscheinungsbildes. Seine ursprüngliche Lebensenergie hat es zum größten Teil verloren. Dieser Prozess hat sakrale, religiöse und rituelle Musik aus dem Kontext der Kirchen und Konfessionen und ihren traditionellen Aufführungsorten herausgelöst.
Denn spätestens seit Ligeti, Wagner, Zimmermann, Schönberg, Pärt, Henze, Messiaen oder gar Stockhausen, die „säkularisierte“ Musik sogar in Form von Requien, Oratorien, Passionen etc. geschrieben haben, einige sogar wie Messiaen und Pärt aus religiösem Antrieb, hat sich die sakrale (spirituelle) Musik aus der Umklammerung der Kirchen gelöst.
Gleichzeitig gibt Martynov mit seiner „Neuen Einfachheit“ einen tief im russisch orthodoxen Glauben verwurzelten Postminimalismus vor, der auch bei seinem Komponistenfreund Arvo Pärt zu finden ist. Für Martynov ist Minimalismus im Wesentlichen ein Appell „nicht an die Menschenweisheit“, sondern an die Kraft Gottes. Es ist vor allem das Mysterium von Wiederholungen, dieses „Ein- und Desselben“, das dem Menschen den Blick auf die Quelle der Schöpfung öffnet.
Tatiana Grindenko hat mit ihrem Ensemble OPUS POSTH. inzwischen mehrfach gezeigt, wie historische Klangformen und zeitgenössische Empfindungen zusammenpassen können; wie emotionale Kraft eine aggressive Farbe bekommen kann; warum wir Schmerz und Zuversicht, Klage und Lebensbejahung, Mitleid und Selbstsicherheit zu einem humanen Gesamtkomplex zu amalgamieren in der Lage sind.
© 2010 Ulrich Rützel, unter Verwendung von Zitaten Heinz-Josef Herborts
Tatiana GRINDENKO violin and conductor
Galina MURADOVA soprano
Galina ZHUKOVSKAYA soprano
Lyudmila TOPYCHKANOVA soprano
OPUS POSTH Ensemble:
Tatiana GRINDENKO violin
Elena POLUYANCHENKO violin
Natalia KOSYREVA violin
Lyudmila EGOROVA violin
Alexander IVANENKO violin
Vladimir METELEV viola
Natalia PANASUK viola
Nikita KOCHERGIN cello
Igor SOLOKHIN double bass